Luftqualität messen – PM2.5, CO2, Messgeräte für Zuhause
Mit einfachen Messgeräten können Sie die Luftqualität in Wohnung, Büro, Schule oder Kinderzimmer selbst prüfen. Diese Anleitung erklärt die wichtigsten Messgrößen (PM2.5, CO2, Luftfeuchte), zeigt geeignete Messgeräte und hilft bei der Einordnung der Werte.

1. Wichtige Messgrößen verstehen
- PM2.5 / PM10 (Feinstaub): Partikel mit einem Durchmesser unter 2,5 µm bzw. 10 µm. Quellen sind Verkehr, Kerzen, Kochen, Staubaufwirbelung oder Holzöfen.
- Richtwert WHO (Orientierung): Je niedriger, desto besser – dauerhaft deutlich unter 15–25 µg/m³ PM2.5 anstreben.
- CO2 (Kohlendioxid): Kennzahl für verbrauchte Luft und Lüftungsbedarf in Innenräumen.
- \u003c 800 ppm: sehr gut, 800–1000 ppm: noch akzeptabel, \u003e 1000 ppm: Lüften empfohlen.
- Luftfeuchte: Ideal meist zwischen 40–60 %. Zu trockene Luft reizt Schleimhäute, zu feuchte Luft begünstigt Schimmel.
Viele kombinierte Geräte zeigen zusätzlich VOC (flüchtige organische Verbindungen) oder einen allgemeinen AQI (Air Quality Index) an. Für den Einstieg reichen meist Partikel- und CO2-Werte.
2. Geeignete Messgeräte auswählen
Typische Gerätetypen:
- Partikelzähler (PM2.5/PM10): Laser-basierte Sensoren, die Feinstaub-Konzentrationen anzeigen.
→ Siehe Kategorie Partikelzähler und Messgeräte & Zubehör. - CO2-Monitore: Messen CO2 mit NDIR-Sensor, oft mit Ampelanzeige (grün/gelb/rot). Geeignet für Klassenzimmer, Büros, Wohnräume.
- Kombi-Geräte: Zeigen CO2, PM2.5, Temperatur und Luftfeuchte in einem Display an – ideal für einen ersten Gesamtüberblick.
Tipp: Achten Sie auf kalibrierbare Sensoren, klare Anzeige (Zahlen UND Ampel/Farben) und ggf. Datenlogging, wenn Sie Verläufe dokumentieren möchten.
3. Messpunkte und Platzierung
Damit Messwerte aussagekräftig sind:
- Gerät in Atemhöhe aufstellen (z. B. Tisch, Nachttisch), nicht direkt am Fenster oder an der Wand.
- Abstand zu offensichtlichen Quellen halten (Kerzen, Kochfeld, Luftreiniger-Ausblas).
- Für CO2-Messungen dort messen, wo sich Menschen länger aufhalten (Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro, Klassenraum).
- Bei Vergleichsmessungen immer denselben Messpunkt verwenden.
Lassen Sie Messgeräte mindestens einige Minuten laufen, bis sich Werte stabilisiert haben. Für Tagesverläufe sind 24–48 Stunden Messzeit sinnvoll.
4. Werte interpretieren – Beispiel-Szenarien
- Wohnzimmer am Abend, viele Personen, geschlossene Fenster:
- CO2 steigt schnell über 1000 ppm → Stoßlüften (Fenster weit öffnen, 5–10 Minuten).
- PM2.5 bleibt niedrig → normale Nutzung ohne starke Feinstaubquellen.
- Küche beim Braten oder Backen:
- PM2.5 kurzfristig stark erhöht (Kochen, Anbraten, Kerzen).
- Lüfter/Abzugshaube nutzen, während und nach dem Kochen lüften.
- Schlafzimmer über Nacht:
- CO2 steigt langsam an; Werte \u003e 1200 ppm deuten auf zu wenig Luftwechsel hin.
- Lösung: Fenster-Spalt, Kippstellung (wo sicher möglich) oder Lüftungsanlage/Luftreiniger prüfen.
Bei dauerhaft hohen PM2.5-Werten kann ein Luftreiniger mit HEPA-Filter helfen – siehe Luftreiniger-Filter und Pollen- & Allergikerfilter.
5. Schritt-für-Schritt: Luftqualität systematisch prüfen
- Ziel definieren: Was möchten Sie wissen? (z. B. „Ist die Luft im Kinderzimmer nachts okay?“, „Wie stark ist die Belastung an der Hauptstraße?“)
- Geeignetes Messgerät wählen:
- CO2 für Lüftungsbedarf in Innenräumen.
- PM2.5/PM10 für Feinstaub (Straße, Kamin, Kochen).
- Kombigerät für beides.
- Messplan festlegen:
- Je Raum mindestens 24 Stunden messen (Tag/Nacht).
- Bei Schulen/Büros zu typischen Belegungszeiten messen.
- Messpunkte notieren:
- Wo stand das Gerät? (Raum, Position, Entfernung zu Fenster/Tür).
- Welche Aktivitäten fanden statt? (Kochen, Besuch, Lüften).
- Ergebnisse auswerten:
- Dauerhaft hohe CO2-Werte → Lüftungsintervalle anpassen oder Lüftungsanlage prüfen.
- Häufig hohe PM2.5-Spitzen → Quellen identifizieren (z. B. Ofen, Straße) und mit Filtern/Lüftung reagieren.
6. Maßnahmen bei schlechter Luftqualität
Je nach Ursache eignen sich unterschiedliche Maßnahmen:
- Mehr und gezielter lüften: Stoßlüften statt Dauer-Kipp, Querlüften wo möglich.
→ Siehe Anleitung Lüften für bessere Raumluft – Tipps für Haus und Wohnung. - Luftreiniger einsetzen: Geräte mit HEPA-Filter für Feinstaub und Pollen, ggf. mit Aktivkohle gegen Gerüche/VOC.
→ Luftreiniger-Filter, HEPA & ULPA. - Quellen reduzieren: Kerzen seltener nutzen, beim Kochen Abzugshaube einschalten, Türen zu stark belasteten Räumen schließen.
- Langfristige Maßnahmen: Fenster- und Fassadenkonzept, Lüftungsanlagen mit Filtern, Anpassung von Arbeits- oder Lernräumen.